Unsere Erziehungsvereinbarung geht grundsätzlich davon aus, dass sich Konflikte und körperliche Auseinandersetzung unter den Schülerinnen und Schülern nicht vermeiden lassen. Ein konsequenter Umgang mit Konflikten durch die Lehrer*innen, die Mitarbeiter*innen der OGS und der Eltern wirkt daraufhin Konflikte einzuschränken. Deswegen gilt es, den richtigen Umgang mit Konflikten zu erlernen, um Streitigkeiten nicht eskalieren zu lassen. Es wird das Ziel angestrebt eine besondere Streitkultur zu entwickeln, die die Bedürfnisse und Meinungen aller Beteiligten akzeptiert.
Um eine besondere Streitkultur entstehen zu lassen setzt unser Konzept auf fünf wesentliche Bereiche:
- 😊 präventive Maßnahmen
- 😊 transparente und einheitliche Regeln – Schul- und Pausenregeln
- 😊 Schulung von Handlungsmuster im Umgang mit Konflikten – STOPP-Regel
- 😊 Konsequenter Umgang mit eskalierten Konflikten – Rotes Buch
- 😊 Streitschlichtung und Wiedergutmachung
Präventive Maßnahmen
Um ein soziales Miteinander anzustreben setzt unsere Schule grundsätzlich ein besonders freundliches und friedliches Umgangsweise innerhalb der Klassengemeinschaft. Ein respektvoller Umgang mit den Gefühlen und Meinungen anderer dient als Grundlage einer schulischen Wertegemeinschaft die wenig Raum für Ausgrenzung lässt.
Zur Umsetzung setzen wir folgende Maßnahmen zur Unterstützung ein:
- 😊 Einüben eines freundlichen und höflichen Miteinanders
- 😊 Gemeinschaftliche Klassenrituale (z.B. Geburtstagsrituale)
- 😊 Unterrichtsgespräche in denen auch die Gefühlslagen einzelner berücksichtigt werden und über Gefühle frei gesprochen wird
- 😊 Ein respektvolles Vorbild durch die Lehrerinnen und Lehrer
- 😊 Lob und Komplimente bestimmen den Alltag
- 😊 Besondere Lebenssituationen werden gemeinsam besprochen und empathisches Verhalten gefördert
- 😊 Lubo aus dem All in Klasse 1 und 2
- 😊 SoLe-Stunden
Außerdem gestalten wir unseren Unterricht so, dass Raum vorhanden ist für:
- 😊 Übungen zur Eigen- und Fremdwahrnehmung
- 😊 kooperative Bewegungsspiele
- 😊 Wut-weg Übungen
- 😊 kooperative Arbeitsformen mit wechselnden Arbeitspartnern
- 😊 gemeinsame Ausflüge und Unterrichtsgänge
- 😊 Partizipation der Kinder (z.B. Klassenrat, Klassensprecher)
- 😊 Übernahme von Verantwortung für die Klassengemeinschaft (z.B. Klassendienste)
- Kontaktspiel, gemeinsame Entspannungsübungen
- Einübung einer wertfreien Streitschlichtung
Die Schulordnung
Alle Kinder und Erwachsenen, die an der Horstschule lernen und arbeiten, sollen sich hier wohlfühlen.
Wir alle tragen die Verantwortung für ein friedliches Miteinander.
Wir erreichen das, wenn wir aufeinander Rücksicht nehmen, für unser Handeln Verantwortung tragen, die vereinbarten Regeln beachten und unsere Pflichten erfüllen.
Dies gilt für alle Erwachsene und Kinder, die unsere Schule besuchen oder hier arbeiten.
Allgemeine Verhaltensregeln
- Wir gehen alle freundlich und fair miteinander um.
- Wir verletzen niemanden mit Händen, Füßen, Worten oder Gegenständen.
- Wir lachen niemanden aus.
- Wir helfen uns gegenseitig.
- Wir achten das Eigentum anderer und behandeln es sorgsam.
- Wir gehen leise und rücksichtsvoll durch das Schulgebäude.
- Wir kennen die Pausenregeln und halten sie ein.
- Wir halten unsere Schule sauber.
- Wir wenden bei Streit die STOPP – REGEL an und reagieren sofort, wenn andere sie benutzen.
- Wir halten uns auch auf dem Schulweg an unsere Schulordnung.
- Die Schulordnung wird im Klassenraum aufgehängt und von allen Kindern unterschrieben.
- Außerdem haben wir uns auf folgende Pausenregeln geeinigt:
Pausenregeln
Erlaubt ist….
- das Spielen mit Softbällen (nicht bei Nässe)
- das Mitbringen von Spielzeug (außer Bällen, batteriebetriebenes Spielzeug, Sammelkarten, Knetgummi) an Freitagen
- das Spielen auf der Wiese neben der Sporthalle.
- die Ausleihe von Spielzeugen am Spiele-Container.
Nicht erlaubt ist…
- das Verlassen des Schulgeländes.
- das Spielen hinter der Sporthalle und an der Mauer.
- das Stehen und Toben auf den Tischtennisplatten.
- das Spielen mit Stöcken.
- das Essen auf dem Schulhof und im Treppenhaus.
- das Klettern auf Bäume und das Abreißen von Zweigen.
- das Spielen auf der Toilette.
- die Spaßkloppe.
- das Mitbringen von Sammelkarten.
- das Spielen an der Garage und am Auto.
- das Tragen von Kindern.
- das Turnen an der rot-weißen Absperrung.
Nur wenn allen Beteiligten die Regeln des Zusammenlebens deutlich sind, kann ein gemeinsames Miteinander gelingen. Deswegen legen alle Klassen Regeln für ihre Klassengemeinschaft fest und mit allen Kindern wird unsere geltende Schulordnung besprochen.
Die Stoppregeln
Alle unsere Kinder lernen durch die Stoppregeln, diese sollen den Kindern in konkreten Konfliktsituationen Handlungsmuster aufzeigen, sich selbst zu helfen und selbstbewusst zu reagieren. Hierzu erhalten die Kindern Satzmuster, die schnell und einfach abrufbar sind. Zu den gesprochenen Stoppsätzen lernen die Kinder eine entsprechende Körperhaltung und den Stimmintonation, die der Reaktion Ausdruck verleiht und die Ernsthaftigkeit deutlich macht.
Die Stoppsätze lauten:
„Stopp (Name)! Du schubst, (trittst…) mich nicht!“ Dabei wird dem anderen Kind stark in die Augen geblickt.
oder
„Stopp, es reicht mir, jetzt hole ich die Aufsicht!“


Die Stoppregeln sind sichtbar in den Klassenräumen und im Eingangsbereich der Schule visualisiert, um die Kinder täglich an ihren Gebrauch zu erinnern.
Kinder, die sich nicht an die Stopp-Regel halten werden von der aktuellen Pause ausgeschlossen und müssen sich im Pausenraum anmelden. Dort erhalten sie eine Aufgabe.
Handlungsmuster für physische und psychische Gewalt
Die Schulung unserer Schülerinnen und Schüler beinhaltet auch die Stärkung der Schwächeren. Selbstbewusste Kinder werden weniger Opfer von Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. In diesem Sinne üben wir mit unseren Kindern einen selbstbewussten Umgang mit Beleidigungen in verschiedenen Rollenspielen. Zum Programm gehört es auch, dass Kinder einige Selbstverteidigungsgriffe beherrschen. So kennen unsere Kinder im Laufe ihrer Schulzeit den Siegergriff, um sich aus Rangeleien leicht zu befreien.
Konsequenter Umgang mit Regelverstößen
Trotz präventiver Maßnahmen ist es nicht möglich handgreifliche Konflikte zu vermeiden. Dem wollen wir durch vereinbarte und transparente Konsequenzen gegenübertreten und setzten auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Regelverstößen.
Alle Lehrerinnen und Lehrer wenden folgendes Vorgehen bei Konfliktsituationen an. Zuerst wird gefragt, welcher Ärger vorgefallen ist.
Dabei unterscheiden wir den Ärger und den großen Ärger wie folgt:
Ärger:
Drängeln, lügen, schubsen, anrempeln, festhalten, wegnehmen (kurz), spontane harmlose Beleidigungen
Großer Ärger
Spucken. Haare ziehen, beißen, Faustschläge, Steine werfen, Tritte, Bein stellen, würgen, Verletzungen der Intimsphäre, Diebstahl, Sachen verstecken, vorsätzliche Beleidigung, Anstiftung zum großen Ärger, Erpressung, Bedrohung, respektloser Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Stöcken werfen oder schlagen
Unsere erzieherischen Maßnahmen gestalten sich wie folgt:
📕 Erster Eintrag ins Rote Buch bedeutet:
Anruf der Eltern durch die Pausenaufsicht + Aktennotiz mit Kenntnisnahme der Klassenleitung + angemessene Sanktion / Nachdenkaufgabe für den Schüler/die Schülerin
📕📕 Zweiter Eintrag ins Rote Buch bedeutet:
Anruf der Eltern durch die Pausenaufsicht + Elternbrief 1 und Kenntnisnahme der Klassenleitung und Aufnahme in die Akte + angemessene Sanktion/ Nachdenkaufgabe für den Schüler/die Schülerin
📕📕📕 Dritter Eintrag ins Rote Buch bedeutet:
Elterngespräch mit der Klassenleitung + Elternbrief 2 mit Androhung von Ordnungsmaßnahmen nach § 53 Schulgesetz + angemessene Sanktion / Nachdenkaufgabe für den Schüler/die Schülerin + Einbeziehung des Schulsozialarbeiters
📕📕📕📕 Vierter Eintrag ins Rote Buch bedeutet:
Schülergespräch bei der Schulleitung + Abwägung und Vereinbarung einer geeigneten Ordnungsmaßnahme zw. Klassenleitung und Schulleitung, Telefonat der Schulleitung oder Klassenleitung mit den Eltern + Ordnungsmaßnahmen nach § 53 Schulgesetz
Da es auch außerhalb der Pausen zu großen Ärger kommt, wird diese Regelung auf alle Situationen (innerhalb und außerhalb des Unterrichts) und auf sonstige Schulveranstaltungen ausgeweitet.
Streitschlichtung und Wiedergutmachung
Wie bereits dargestellt, werden die Eltern unserer Schule bei großem Ärger ihrer Kinder einbezogen, um auch im Elternhaus auf das Verhalten Einfluss zu nehmen. Bei mehreren Vorfällen werden die Eltern zu Gesprächen eingeladen, um gemeinsam ein weiteres erzieherisches Vorgehen zu erörtern.
Neben der Sanktionen ist es uns auch sehr wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler den Streit durch ein Streitschlichtungsgespräch beenden. Hierzu steht am Ende auch immer eine Wiedergutmachung füreinander. Das kann eine Entschuldigung sein oder aber auch ein Gefallen oder eine Verabredung, die für die nächsten Tage trifft. Bei schweren Streitigkeiten besteht bei uns auch immer die Möglichkeit unseren Schulsozialarbeiter miteinzubeziehen.
